2.20 Betreffend die Freiheit derjenigen Christen, die die Substanz erkannt haben, hinsichtlich der Anwendung oder Nichtanwendung dieser Riten und der Einhaltung der Feiertage.

Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist1. Niemand soll uns also verurteilen wegen Essen und Trinken, wegen eines Feiertags, eines Neumonds oder eines Sabbats2. Denn wenn wir mit Christus den Elementen dieser Welt gestorben sind, warum sollten wir uns dann noch den Geboten der Welt unterwerfen, als lebten wir noch in ihr? Lasst uns nichts anfassen, nicht kosten und nichts berühren (was alles durch den Gebrauch vergeht) nach den Geboten und Lehren der Menschen3. Denn jetzt, da wir Gott erkannt haben, oder vielmehr von ihm erkannt sind, warum sollten wir uns wieder den schwachen und armseligen Elementen zuwenden oder uns wieder unterwerfen wollen, Tage, Monate, Zeiten und Jahre zu halten, damit unsere Mühe nicht vergeblich gewesen wäre4? Wenn einer einen Tag höher achtet als den anderen, so achtet ein anderer alle Tage gleich. Jeder soll in seinem eigenen Sinn gewiss sein: Wer einen Tag höher achtet, achtet ihn für den Herrn; wer aber einen Tag nicht für den Herrn achtet, achtet ihn nicht5.


  1. Römer 14,17 (ELB): Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geiste. ↩︎

  2. Kolosser 2,16 (ELB): So richte euch nun niemand über Speise oder Trank, oder in Ansehung eines Festes oder Neumondes oder von Sabbathen, ↩︎

  3. Kolosser 2,20–22 (ELB): Wenn ihr mit Christo den Elementen der Welt gestorben seid, was unterwerfet ihr euch Satzungen, als lebtet ihr noch in der Welt? Berühre nicht, koste nicht, betaste nicht! (Dinge, welche alle zur Zerstörung durch den Gebrauch bestimmt sind) nach den Geboten und Lehren der Menschen, ↩︎

  4. Galater 4,9–11 (ELB): jetzt aber, da ihr Gott erkannt habt, vielmehr aber von Gott erkannt worden seid, wie wendet ihr wieder um zu den schwachen und armseligen Elementen, denen ihr wieder von neuem dienen wollt? Ihr beobachtet Tage und Monate und Zeiten und Jahre. Ich fürchte um euch, ob ich nicht etwa vergeblich an euch gearbeitet habe. ↩︎

  5. Römer 14,5–6 (ELB): Der eine hält einen Tag vor dem anderen, der andere aber hält jeden Tag gleich. Ein jeder aber sei in seinem eigenen Sinne völlig überzeugt. Wer den Tag achtet, achtet ihn dem Herrn. Und wer ißt, ißt dem Herrn, denn er danksagt Gott; und wer nicht ißt, ißt dem Herrn nicht und danksagt Gott. ↩︎