1.8 Über Beharrlichkeit und den Verlust der Gnade.
Frage: Genügt es für einen Gläubigen, sicher zu sein, dass er einmal die wahre Gnade empfangen hat? Oder ist weitere Gewissheit erforderlich?
Antwort:
[2. Pet. 1,10] Darum, Brüder, befleißiget euch um so mehr, eure Berufung und Erwählung fest zu machen; denn wenn ihr diese Dinge tut, so werdet ihr niemals straucheln.
Frage: Darf jemand, der wahre Gnade empfangen hat, Grund zur Furcht haben oder annehmen, dass er fallen kann?
Antwort:
[1. Kor. 9,27] sondern ich zerschlage meinen Leib und führe ihn in Knechtschaft, auf daß ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt, selbst verwerflich werde.
Frage: Das widerspricht stark der Lehre derer, die sagen: „Einmal in der Gnade, immer in der Gnade“; aber drückt der Apostel Paulus dies nur aus einer demütigen Selbstachtung aus? Oder beurteilt oder unterstellt er das Gleiche von anderen Heiligen?
Antwort:
[Heb. 3,12-13] Sehet zu, Brüder, daß nicht etwa in jemand von euch ein böses Herz des Unglaubens sei in dem Abfallen vom lebendigen Gott, sondern ermuntert euch selbst jeden Tag, solange es heute heißt, auf daß niemand von euch verhärtet werde durch Betrug der Sünde.
[Heb. 4,11] Laßt uns nun Fleiß anwenden, in jene Ruhe einzugehen, auf daß nicht jemand nach demselben Beispiel des Ungehorsams falle.
[Heb. 6,4-6] Denn es ist unmöglich, diejenigen, welche einmal erleuchtet waren und geschmeckt haben die himmlische Gabe, und teilhaftig geworden sind des Heiligen Geistes, und geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Wunderwerke des zukünftigen Zeitalters, und abgefallen sind, wiederum zur Buße zu erneuern, indem sie den Sohn Gottes für sich selbst kreuzigen und ihn zur Schau stellen.
[Heb. 12,15] indem ihr darauf achtet, daß nicht jemand an der Gnade Gottes Mangel leide, daß nicht irgend eine Wurzel der Bitterkeit aufsprosse und euch beunruhige, und viele durch diese verunreinigt werden;
Frage: Spricht er dies nur durch Vermutung an, oder behauptet er, es sei nicht nur möglich, sondern gewiss?
Antwort:
[2. Tim. 4,3-4] Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Lüsten sich selbst Lehrer aufhäufen werden, indem es ihnen in den Ohren kitzelt; und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und zu den Fabeln sich hinwenden.
Frage: Hält der Apostel es überhaupt für notwendig, einen so geliebten Sohn wie Timotheus vor dieser Gefahr zu schützen?
Antwort:
[1. Tim. 1,18-19] Dieses Gebot vertraue ich dir an, mein Kind Timotheus, nach den vorangegangenen Weissagungen über dich, auf daß du durch dieselben den guten Kampf kämpfest, indem du den Glauben bewahrst und ein gutes Gewissen, welches etliche von sich gestoßen und so, was den Glauben betrifft, Schiffbruch gelitten haben;
[1. Tim. 6,10] Denn die Geldliebe ist eine Wurzel alles Bösen, welcher nachtrachtend etliche von dem Glauben abgeirrt sind und sich selbst mit vielen Schmerzen durchbohrt haben.
[2. Tim. 2,17-18] und ihr Wort wird um sich fressen wie ein Krebs; unter welchen Hymenäus ist und Philetus, die von der Wahrheit abgeirrt sind, indem sie sagen, daß die Auferstehung schon geschehen sei, und den Glauben etlicher zerstören.
Frage: Äußert der Apostel irgendwo seine Befürchtungen darüber, dass dies einer beliebigen Anzahl von Menschen widerfahren könnte, die einmal wahrhaftig den Glauben an Christus angenommen haben?
Antwort:
[Röm. 11,20] Recht; sie sind ausgebrochen worden durch den Unglauben; du aber stehst durch den Glauben. Sei nicht hochmütig, sondern fürchte dich;
[1. Tim. 4,1] Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeiten etliche von dem Glauben abfallen werden, indem sie achten auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen,
[1. Thes. 3,5] Darum auch, da ich es nicht länger aushalten konnte, sandte ich, um euren Glauben zu erfahren, ob nicht etwa der Versucher euch versucht habe und unsere Arbeit vergeblich gewesen sei.
Frage: Was ist die Meinung des Apostels Petrus ? Ist er der Ansicht, dass diejenigen, die den rechten Weg erkannt haben, ihn verlassen können?
Antwort:
[2. Pet. 2,14-15] welche Augen voll Ehebruch haben und von der Sünde nicht ablassen, indem sie unbefestigte Seelen anlocken; die ein Herz haben, in Habsucht geübt, Kinder des Fluches, welche, da sie den geraden Weg verlassen haben, abgeirrt sind, indem sie dem Wege des Balaam nachfolgten, des Sohnes Bosors, der den Lohn der Ungerechtigkeit liebte,
[2. Pet. 2,18] Denn stolze, nichtige Reden führend, locken sie mit fleischlichen Lüsten durch Ausschweifungen diejenigen an, welche eben entflohen sind denen, die im Irrtum wandeln;
[2. Pet. 2,20-22] Denn wenn sie, entflohen den Befleckungen der Welt durch die Erkenntnis des Herrn und Heilandes Jesus Christus, aber wiederum in diese verwickelt, überwältigt werden, so ist ihr Letztes ärger geworden als das Erste. Denn es wäre ihnen besser, den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt zu haben, als, nachdem sie ihn erkannt haben, umzukehren von dem ihnen überlieferten heiligen Gebot. Es ist ihnen aber nach dem wahren Sprichwort ergangen: Der Hund kehrte um zu seinem eigenen Gespei, und die gewaschene Sau zum Wälzen im Kot.
Frage: Gibt er denen, die ausharren, irgendwelche Warnungen, da sie ja auch fallen könnten?
Antwort:
[2. Pet. 3,17] Ihr nun, Geliebte, da ihr es vorher wisset, so hütet euch, daß ihr nicht, durch den Irrwahn der Ruchlosen mitfortgerissen, aus eurer eigenen Festigkeit fallet.
Frage: Kann ein Mensch wahrhaftig ein Zweig in Christus oder ein wirkliches Glied seines Leibes sein und später abgeschnitten werden?
Antwort:
[Joh. 15,6] Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.
Frage: Kann ein gerechter Mensch dann von seiner Gerechtigkeit abfallen?
Antwort:
[Hes. 18,26] Wenn ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und unrecht tut, und um deswillen stirbt, so stirbt er wegen seines Unrechts, das er getan hat.
[Hes. 33,13] Wenn ich dem Gerechten sage, daß er gewißlich leben soll, und er verläßt sich auf seine Gerechtigkeit und tut unrecht: so wird aller seiner gerechten Taten nicht gedacht werden, und wegen seines Unrechts, das er getan hat, deswegen wird er sterben.
Frage: Kann ein Gläubiger in diesem Leben einen solchen Zustand erreichen, von dem er nicht mehr abfallen kann?
Antwort:
[Off. 3,12] Wer überwindet, den werde ich zu einer Säule machen in dem Tempel meines Gottes, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen neuen Namen.
Frage: Kann ein solcher Mensch die Gewissheit erlangen, dass er sich in diesem Zustand befindet?
Antwort:
[Röm. 8,38-39] Denn ich bin überzeugt, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Gewalten, weder Höhe noch Tiefe, noch irgend ein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermögen wird von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserem Herrn.