2.16 Über die Kirche und den Dienst.

Die Gemeinde Gottes ist die Säule und das Fundament der Wahrheit1. Ihr Haupt ist der geliebte Sohn Gottes2. Von ihr geht der ganze Leib durch Gelenke und Bänder, die ihn nähren und zusammenhalten, und wächst mit dem Wachstum Gottes3. Diese Gemeinde Gottes sind die in Christus Jesus Geheiligten4. Er, der aufgefahren ist in die Höhe, hat den Menschen Gaben gegeben: Er hat einige als Apostel, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer eingesetzt, um die Heiligen für den Dienst auszurüsten56. Sie sollen untadelig, wachsam, nüchtern, ehrbar, gastfreundlich und fähig zu lehren sein. Nicht dem Wein ergeben, nicht streitsüchtig, nicht habgierig, sondern geduldig; nicht rauflustig, nicht geldgierig7. Sie sollen gute Menschen lieben, nüchtern, gerecht, heilig und maßvoll sein und am Glauben festhalten, wie sie gelehrt worden sind, damit sie durch die gesunde Lehre sowohl ermahnen als auch Widersprechende überzeugen können8. Sie sollen auf sich selbst und auf die Herde achten, über die sie der Heilige Geist zu Aufsehern gesetzt hat, um die Gemeinde Gottes zu weiden9. Sie sollen die Aufsicht darüber nicht gezwungen, sondern freiwillig übernehmen, nicht aus Habgier, sondern aus freiem Herzen, nicht als Herren über Gottes Erbe, sondern als Vorbilder für die Herde10. Und solche Ältesten, die gut leiten, sollen doppelter Ehre wert sein, besonders die, die sich im Wort und in der Lehre abmühen1112. Und dass sie in Liebe um ihrer Werke willen hoch geachtet werden13. Wie jeder die Gabe empfangen hat, so soll er sie auch ausüben: Wenn jemand redet, so rede er als ein Wort Gottes; wenn jemand dient, so tue er es aus der Kraft, die Gott ihm gibt14. Predigt das Evangelium nicht mit Worten der Weisheit, damit das Kreuz Christi nicht seiner Wirkung beraubt werde15. Auch nicht mit verführerischen Worten menschlicher Weisheit, sondern in der Erweisung des Geistes und der Kraft, damit der Glaube nicht auf menschlicher Weisheit, sondern auf Gottes Kraft gründe16. Solche aber redeten Weisheit unter den Vollkommenen; doch nicht die Weisheit dieser Welt, noch die der Fürsten dieser Welt, die zu nichts wird; sie verkünden vielmehr die Weisheit Gottes im Geheimnis, die verborgene Weisheit, die Gott vor der Welt zu ihrer Verherrlichung vorherbestimmt hat17. Redet nicht mit Worten, die menschliche Weisheit lehrt, sondern mit solchen, die der Heilige Geist lehrt18. Denn nicht sie sind es, die reden, sondern der Heilige Geist, der Geist des Vaters, redet durch sie19. Wenn sie geistliche Dinge säen, werden sie fleischliche Dinge ernten; denn so hat der Herr es verordnet, dass die, die das Evangelium predigen, vom Evangelium leben sollen. Denn die Schrift sagt: „Du sollst dem Ochsen, der da drischt, das Maul nicht verbinden“, und der Arbeiter ist seines Lohnes wert2021. Doch es ist ihnen eine Notwendigkeit auferlegt; ja, wehe ihnen, wenn sie das Evangelium nicht predigen! Ihr Lohn aber ist, dass sie, wenn sie das Evangelium predigen, das Evangelium Christi unentgeltlich verkünden22. Sie sollen nicht nach dem Silber, Gold oder den Kleidern anderer Menschen gieren; aber ihre Hände dienen ihren Bedürfnissen, damit sie durch ihre Arbeit die Schwachen unterstützen können; gedenkt der Worte des Herrn Jesus, der sagte: „Geben ist seliger als Nehmen“23. Denn sie gehören nicht zu den gierigen Hunden, die nie genug bekommen können24, noch zu den Hirten, die nur auf ihren eigenen Weg achten, jeder auf seinen eigenen Vorteil25, die sich selbst weiden und nicht die Herde26, die das Volk in die Irre führen, indem sie mit ihren Zähnen beißen und Frieden rufen und Krieg rüsten gegen alle, die ihnen nichts in den Mund legen, indem sie gegen Bezahlung lehren und für Geld wahrsagen27, noch zu denen, die Dinge lehren, die sie nicht lehren sollten, um des schändlichen Gewinns willen28. Sie rennen gierig dem Irrtum Bileams nach, um Lohn zu erlangen, und lieben den Lohn der Ungerechtigkeit29 und machen aus Habsucht mit verlogenen Worten Handel mit Seelen30. Sie sind Menschen mit verdorbenem Sinn, die die Wahrheit nicht kennen und meinen, Frömmigkeit sei Gewinn31. Doch sie wissen, dass Frömmigkeit mit Genügsamkeit ein großer Gewinn ist32, und wenn sie Nahrung und Brot haben, sind sie damit zufrieden33.


  1. 1. Timotheus 3,15 (ELB): wenn ich aber zögere, auf daß du wissest, wie man sich verhalten soll im Hause Gottes, welches die Versammlung des lebendigen Gottes ist, der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit. ↩︎

  2. Kolosser 1,18 (ELB): Und er ist das Haupt des Leibes, der Versammlung, welcher der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, auf daß er in allem den Vorrang habe; ↩︎

  3. Kolosser 2,19 (ELB): und nicht festhaltend das Haupt, aus welchem der ganze Leib, durch die Gelenke und Bande Darreichung empfangend und zusammengefügt, das Wachstum Gottes wächst. ↩︎

  4. 1. Korinther 1,2 (ELB): der Versammlung Gottes, die in Korinth ist, den Geheiligten in Christo Jesu, den berufenen Heiligen, samt allen, die an jedem Orte den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen, sowohl ihres als unseres Herrn. ↩︎

  5. Epheser 4,8 (ELB): Darum sagt er: „Hinaufgestiegen in die Höhe, hat er die Gefangenschaft gefangen geführt und den Menschen Gaben gegeben“. ↩︎

  6. Epheser 4,11–12 (ELB): Und er hat die einen gegeben als Apostel und andere als Propheten und andere als Evangelisten und andere als Hirten und Lehrer, zur Vollendung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Auferbauung des Leibes Christi, ↩︎

  7. 1. Timotheus 3,2–3 (ELB): Der Aufseher nun muß untadelig sein, eines Weibes Mann, nüchtern, besonnen, sittsam, gastfrei, lehrfähig; nicht dem Wein ergeben, kein Schläger, sondern gelinde, nicht streitsüchtig, nicht geldliebend, ↩︎

  8. Titus 1,8–9 (ELB): sondern gastfrei, das Gute liebend, besonnen, gerecht, fromm, enthaltsam, anhangend dem zuverlässigen Worte nach der Lehre, auf daß er fähig sei, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen, als auch die Widersprechenden zu überführen. ↩︎

  9. Apostelgeschichte 20,28 (ELB): Habet nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch als Aufseher gesetzt hat, die Versammlung Gottes zu hüten, welche er sich erworben hat durch das Blut seines Eigenen. ↩︎

  10. 1. Petrus 5,2–3 (ELB): Hütet die Herde Gottes, die bei euch ist, indem ihr die Aufsicht nicht aus Zwang führet, sondern freiwillig, auch nicht um schändlichen Gewinn, sondern bereitwillig, nicht als die da herrschen über ihre Besitztümer, sondern indem ihr Vorbilder der Herde seid. ↩︎

  11. 1. Timotheus 5,2–3 (ELB): ältere Frauen als Mütter, jüngere als Schwestern, in aller Keuschheit. Ehre die Witwen, die wirklich Witwen sind. ↩︎

  12. 1. Timotheus 5,17 (ELB): Die Ältesten, welche wohl vorstehen, laß doppelter Ehre würdig geachtet werden, sonderlich die da arbeiten in Wort und Lehre ↩︎

  13. 1. Thessalonicher 5,13 (ELB): und daß ihr sie über die Maßen in Liebe achtet, um ihres Werkes willen. Seid in Frieden untereinander. ↩︎

  14. 1. Petrus 4,10–11 (ELB): Jenachdem ein jeder eine Gnadengabe empfangen hat, dienet einander damit als gute Verwalter der mancherlei Gnade Gottes. Wenn jemand redet, so rede er als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, so sei es als aus der Kraft, die Gott darreicht, auf daß in allem Gott verherrlicht werde durch Jesum Christum, welchem die Herrlichkeit ist und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. ↩︎

  15. 1. Korinther 1,17 (ELB): Denn Christus hat mich nicht ausgesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen; nicht in Redeweisheit, auf daß nicht das Kreuz Christi zunichte gemacht werde. ↩︎

  16. 1. Korinther 2,4–5 (ELB): und meine Rede und meine Predigt war nicht in überredenden Worten der Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft, auf daß euer Glaube nicht beruhe auf Menschen-Weisheit, sondern auf Gottes-Kraft. ↩︎

  17. 1. Korinther 2,6–7 (ELB): Wir reden aber Weisheit unter den Vollkommenen, nicht aber Weisheit dieses Zeitlaufs, noch der Fürsten dieses Zeitlaufs, die zunichte werden, sondern wir reden Gottes Weisheit in einem Geheimnis, die verborgene, welche Gott zuvorbestimmt hat, vor den Zeitaltern, zu unserer Herrlichkeit; ↩︎

  18. 1. Korinther 2,13 (ELB): welche wir auch verkündigen, nicht in Worten, gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt durch den Geist, mitteilend geistliche Dinge durch geistliche Mittel. ↩︎

  19. Matthäus 10,20 (ELB): Denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Geist eures Vaters, der in euch redet. ↩︎

  20. 1. Korinther 9,11 (ELB): Wenn wir euch das Geistliche gesät haben, ist es ein Großes, wenn wir euer Fleischliches ernten? ↩︎

  21. 1. Korinther 9,14 / 1. Timotheus 5,18 (ELB): Also hat auch der Herr denen, die das Evangelium verkündigen, verordnet, vom Evangelium zu leben. / Denn die Schrift sagt: „Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden“, und: „Der Arbeiter ist seines Lohnes wert“. ↩︎

  22. 1. Korinther 9,16–18 (ELB): Denn wenn ich das Evangelium verkündige, so habe ich keinen Ruhm, denn eine Notwendigkeit liegt mir auf; denn wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündigte! Denn wenn ich dies freiwillig tue, so habe ich Lohn, wenn aber unfreiwillig, so bin ich mit einer Verwaltung betraut. Was ist nun mein Lohn? Daß ich, das Evangelium verkündigend, das Evangelium kostenfrei mache, so daß ich mein Recht am Evangelium nicht gebrauche. ↩︎

  23. Apostelgeschichte 20,33–35 (ELB): Ich habe niemandes Silber oder Gold oder Kleidung begehrt. Ihr selbst wisset, daß meinen Bedürfnissen und denen, die bei mir waren, diese Hände gedient haben. Ich habe euch alles gezeigt, daß man, also arbeitend, sich der Schwachen annehmen und eingedenk sein müsse der Worte des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als Nehmen. ↩︎

  24. Jesaja 56,11a (ELB): Und die Hunde sind gefräßig, kennen keine Sättigung; ↩︎

  25. Jesaja 56,11b (ELB): und das sind Hirten! Sie haben kein Verständnis; sie alle wenden sich auf ihren eigenen Weg, ein jeder von ihnen allen seinem Vorteil nach: ↩︎

  26. Hesekiel 34,8 (ELB): So wahr ich lebe, spricht der Herr, Jehova: Weil meine Schafe zur Beute und meine Schafe allen Tieren des Feldes zur Speise geworden sind, weil kein Hirte da ist, und meine Hirten nicht nach meinen Schafen fragen, und die Hirten sich selbst weiden, aber nicht meine Schafe weiden: ↩︎

  27. Micha 3,5+11 (ELB): So spricht Jehova über die Propheten, die mein Volk irreführen, welche mit ihren Zähnen beißen und Frieden rufen; und wer ihnen nichts ins Maul gibt, wider den heiligen sie einen Krieg: […] Seine Häupter richten um Geschenke, und seine Priester lehren um Lohn, und seine Propheten wahrsagen um Geld; und sie stützen sich auf Jehova und sagen: Ist nicht Jehova in unserer Mitte? kein Unglück wird über uns kommen! ↩︎

  28. Titus 1,11 (ELB): denen man den Mund stopfen muß, welche ganze Häuser umkehren, indem sie um schändlichen Gewinnes willen lehren was sich nicht geziemt. ↩︎

  29. 2. Petrus 2,15 (ELB): da sie den geraden Weg verlassen haben, abgeirrt sind, indem sie dem Wege des Balaam nachfolgten, des Sohnes Bosors, der den Lohn der Ungerechtigkeit liebte, ↩︎

  30. 2. Petrus 2,3 (ELB): Und durch Habsucht werden sie euch verhandeln mit erkünstelten Worten; welchen das Gericht von alters her nicht zögert, und ihr Verderben schlummert nicht. ↩︎

  31. 1. Timotheus 6,5 (ELB): beständige Zänkereien von Menschen, die an der Gesinnung verderbt und von der Wahrheit entblößt sind, welche meinen, die Gottseligkeit sei ein Mittel zum Gewinn. ↩︎

  32. 1. Timotheus 6,6 (ELB): Die Gottseligkeit aber mit Genügsamkeit ist ein großer Gewinn; ↩︎

  33. 1. Timotheus 6,8 (ELB): Wenn wir aber Nahrung und Bedeckung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen. ↩︎