2.11 Über das Licht, das jeden Menschen erleuchtet.

Das Evangelium wurde allen Geschöpfen unter dem Himmel verkündet1. Dieses Evangelium ist die Kraft Gottes zur Errettung für die, die glauben2. Ist es aber verhüllt, so ist es verhüllt denen, die verloren gehen. Der Gott dieser Welt hat den Sinn der Ungläubigen verblendet, damit das Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi nicht zu ihnen aufscheine3. Und dies ist das Urteil: Das Licht ist in die Welt gekommen, und die Menschen lieben die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke sind böse4. Und dies war das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in die Welt kommt5. Durch dieses Licht wird alles, was tadelnswert ist, offenbar; denn alles, was offenbar wird, ist Licht6. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott gewirkt sind7. Und die, die im Licht wandeln, wie Christus im Licht ist, haben Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt sie von aller Sünde8. Darum sollen wir an das Licht glauben, solange wir das Licht haben, damit wir Kinder des Lichts seien9. Darum lasst uns heute, wenn wir seine Stimme hören wollen, unsere Herzen nicht verhärten10. Denn Christus weinte über Jerusalem und sprach: Wenn du doch erkannt hättest, wenigstens du an diesem Tag, was zu deinem Frieden dient; nun aber ist es vor deinen Augen verborgen11. Und er wollte oft ihre Kinder sammeln, wie eine Henne ihre Küken sammelt; aber sie wollten nicht1213. Denn die Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herz und Ohren widerstehen stets dem Heiligen Geist14. Und sie gehören zu denen, die sich gegen das Licht auflehnen15. Darum wird Gottes Geist nicht immer mit dem Menschen streiten16. Denn der Zorn Gottes wird vom Himmel herab offenbart über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit in Ungerechtigkeit unterdrücken17. Denn was von Gott zu erkennen ist, ist ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart18. Und die Offenbarung des Geistes wird jedem Menschen zum Nutzen gegeben19. Denn die Gnade Gottes, die Heil bringt, ist allen Menschen erschienen und lehrt uns, dass wir, indem wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen, besonnen, gerecht und gottesfürchtig in dieser Welt leben sollen20. Und dieses Wort seiner Gnade ist fähig, aufzubauen und allen Geheiligten ein Erbe zu geben21. Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenken und Mark und ist ein Richter der Gedanken und Absichten des Herzens22. Dies ist das umso zuverlässigere prophetische Wort, auf das wir gut achten, wie auf ein Licht, das an einem dunklen Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern im Herzen aufgeht23. Und dies ist das Wort des Glaubens, das die Apostel verkündet haben, das nahe ist im Mund und im Herzen24. Denn Gott, der sprach: „Aus der Finsternis soll Licht hervorleuchten!“, der hat es in unseren Herzen hell werden lassen, damit wir die Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi erkennen25. Wir aber tragen diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überragende Kraft von Gott sei26 und nicht von uns; denn das Reich Gottes kommt nicht aus äußerlichen Betrachtungen, sondern es ist in uns27.


  1. Kolosser 1,23 (ELB): wenn ihr anders in dem Glauben gegründet und fest bleibet und nicht abbewegt werdet von der Hoffnung des Evangeliums, welches ihr gehört habt, das gepredigt worden in der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist, dessen Diener ich, Paulus, geworden bin. ↩︎

  2. Römer 1,16 (ELB): Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen. ↩︎

  3. 1. Korinther 4,3–4 (ELB): Mir aber ist es das Geringste, daß ich von euch oder von einem menschlichen Tage beurteilt werde; ich beurteile mich aber auch selbst nicht. Denn ich bin mir selbst nichts bewußt, aber dadurch bin ich nicht gerechtfertigt. Der mich aber beurteilt, ist der Herr. ↩︎

  4. Johannes 3,19 (ELB): Dies aber ist das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren böse. ↩︎

  5. Johannes 1,9 (ELB): Das war das wahrhaftige Licht, welches, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet. ↩︎

  6. Epheser 5,13 (ELB): Alles aber, was bloßgestellt wird, wird durch das Licht offenbar gemacht; denn das Licht ist es, welches alles offenbar macht. ↩︎

  7. Johannes 3,20–21 (ELB): Denn jeder, der Arges tut, haßt das Licht und kommt nicht zu dem Lichte, auf daß seine Werke nicht bloßgestellt werden; wer aber die Wahrheit tut, kommt zu dem Lichte, auf daß seine Werke offenbar werden, daß sie in Gott gewirkt sind. ↩︎

  8. 1. Johannes 1,7 (ELB): Wenn wir aber in dem Lichte wandeln, wie er in dem Lichte ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde. ↩︎

  9. Johannes 12,36 (ELB): Während ihr das Licht habt, glaubet an das Licht, auf daß ihr Söhne des Lichtes werdet. Dieses redete Jesus und ging hinweg und verbarg sich vor ihnen. ↩︎

  10. Hebräer 4,7 (ELB): so bestimmt er wiederum einen gewissen Tag: „Heute“, in David nach so langer Zeit sagend, wie vorhin gesagt worden ist: „Heute, wenn ihr seine Stimme höret, verhärtet eure Herzen nicht“. ↩︎

  11. Lukas 19,42 (ELB): Er sagte: »Wenn doch wenigstens du am heutigen Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringt! Aber jetzt ist es vor deinen Augen verborgen.« ↩︎

  12. Matthäus 1,23 (ELB): und sprach: Wenn auch du erkannt hättest, und selbst an diesem deinem Tage, was zu deinem Frieden dient! Jetzt aber ist es vor deinen Augen verborgen. ↩︎

  13. Matthäus 23,37 (ELB): Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt! ↩︎

  14. Apostelgeschichte 7,51 (ELB): Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herz und Ohren! ihr widerstreitet allezeit dem Heiligen Geiste; wie eure Väter, so auch ihr. ↩︎

  15. Hiob 24,13 (ELB): Jene gehören zu den Feinden des Lichtes, sie kennen seine Wege nicht und weilen nicht auf seinen Pfaden. ↩︎

  16. 1. Mose 6,3 (ELB): Und Jehova sprach: Mein Geist soll nicht ewiglich mit dem Menschen rechten, da er ja Fleisch ist; und seine Tage seien hundert und zwanzig Jahre. ↩︎

  17. Römer 1,18 (ELB): Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit in Ungerechtigkeit besitzen; ↩︎

  18. Römer 1,19 (ELB): weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, denn Gott hat es ihnen geoffenbart, - ↩︎

  19. 1. Korinther 12,7 (ELB): Einem jeden aber wird die Offenbarung des Geistes zum Nutzen gegeben. ↩︎

  20. Titus 2,11–12 (ELB): Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend für alle Menschen, und unterweist uns, auf daß wir, die Gottlosigkeit und die weltlichen Lüste verleugnend, besonnen und gerecht und gottselig leben in dem jetzigen Zeitlauf, ↩︎

  21. Apostelgeschichte 20,32 (ELB): Und nun befehle ich euch Gott und dem Worte seiner Gnade, welches vermag aufzuerbauen und [euch] ein Erbe zu geben unter allen Geheiligten. ↩︎

  22. Hebräer 4,12 (ELB): Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist, sowohl der Gelenke als auch des Markes, und ein Beurteiler der Gedanken und Gesinnungen des Herzens; ↩︎

  23. 2. Petrus 1,19 (ELB): Und so besitzen wir das prophetische Wort befestigt, auf welches zu achten ihr wohl tut, als auf eine Lampe, welche an einem dunklen Orte leuchtet, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen; ↩︎

  24. Römer 10,8 (ELB): sondern was sagt sie? „Das Wort ist dir nahe, in deinem Munde und in deinem Herzen“; das ist das Wort des Glaubens, welches wir predigen, ↩︎

  25. 2. Korinther 4,6 (ELB): Denn der Gott, der aus Finsternis Licht leuchten hieß, ist es, der in unsere Herzen geleuchtet hat zum Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Christi. ↩︎

  26. 2. Korinther 4,7 (ELB): Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf daß die Überschwenglichkeit der Kraft sei Gottes und nicht aus uns. ↩︎

  27. Lukas 17,20–21 (ELB): Und als er von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes? antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, daß man es beobachten könnte; noch wird man sagen: Siehe hier! oder: Siehe dort! denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch. ↩︎