1.4 Von der Wiedergeburt, dem inneren Erscheinen Christi im Geist und der Einheit der Heiligen mit ihm.
Frage: Hat Christus also versprochen, zu seinen Jüngern wiederzukommen?
Antwort: Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen; ich werde zu euch kommen [Johannes 14,18].
Frage: War dies nur ein besonderes Versprechen an diese Jünger? Oder ist es nicht das allgemeine Vorrecht der Heiligen?
Antwort: Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei dem, der zerknirschten und demütigen Geistes ist usw. [Jes. 57,15].
Denn ihr seid der Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln [2 Kor 6,16].
Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, werde ich zu ihm hineingehen und mit ihm essen, und er mit mir . [Offb. 3,20]
Frage: Spricht der Apostel Paulus davon, dass der Sohn Gottes in ihm offenbart wurde?
Antwort: Doch als es Gott gefiel, der mich schon im Mutterleib auserwählt und mich durch seine Gnade berufen hatte, seinen Sohn an mir zu offenbaren, damit ich ihn unter den Heiden verkündigte [Gal. 1,15-16].
Frage: Ist es dann notwendig, Christus in sich zu kennen?
Antwort: Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben steht, stellt euch selbst auf die Probe! Ihr erkennt euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist, es sei denn, ihr seid unbewährt [2 Kor 13,5].
Frage: War es dem Apostel wichtig, dass diese innere Geburt Christi in irgendjemandem hervorgebracht würde?
Antwort: Meine lieben Kinder, deren Geburt ich wiederkehre, bis Christus in euch Gestalt angenommen hat [Gal. 4,19].
Frage: Was sagt derselbe Apostel über die Notwendigkeit dieser inneren Erkenntnis Christi und der neuen Schöpfung jenseits des Äußeren?
Antwort: Darum kennen wir fortan niemanden mehr nach dem Fleisch; ja, obwohl wir Christus nach dem Fleisch gekannt haben, kennen wir ihn nun doch nicht mehr so. Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden [2 Kor 5,16-17].
Aber ihr habt Christus nicht so kennengelernt; wenn ihr ihn denn gehört und von ihm belehrt worden seid, wie es der Wahrheit in Jesus entspricht, dass ihr euren früheren Wandel, den alten Menschen, der verdorben ist nach den trügerischen Begierden, ablegt und erneuert werdet im Geist eures Denkens und den neuen Menschen anzieht, der nach Gottes Bild geschaffen ist in Gerechtigkeit und wahrer Heiligkeit [Eph. 4,21-24].
Frage: Ist dies Christus in uns, das Geheimnis Gottes und die Hoffnung auf Herrlichkeit, von dem der Apostel predigte?
Antwort: Ihnen will Gott kundtun, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit, den wir verkündigen [Kol. 1,27-28].
Frage: Betont der Apostel an irgendeiner anderen Stelle die Notwendigkeit, diese neue Geburt anzunehmen?
Antwort: Zieht den Herrn Jesus Christus an und sorgt nicht dafür, dass das Fleisch seine Begierden befriedigt. [Röm 13,14]
Frage: Schreibt er einem der Heiligen, dass er den alten Menschen abgelegt und den neuen angenommen habe?
Antwort: Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen [Gal. 3,27].
Denn ihr habt den alten Menschen samt seinen Werken abgelegt und den neuen Menschen angezogen, der nach dem Bild seines Schöpfers erneuert wird zur Erkenntnis [Kol. 3,9-10].
Frage: Was sagt Christus selbst über die Notwendigkeit dieser Wiedergeburt?
Antwort: Jesus antwortete ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen [Johannes 3,3].
Frage: Aus welchem Samen entspringt diese Geburt?
Antwort: Wiedergeboren zu sein, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen und ewig bleibenden Wort Gottes [1 Petr 1,23].
Frage: Was bezeugt der Apostel Paulus von sich selbst in Bezug auf dieses neue Leben?
Antwort: Ich bin mit Christus gekreuzigt, ich lebe aber, doch nicht ich, sondern Christus lebt in mir [Gal. 2,20].
Frage: Was ist die Predigt vom Kreuz Christi?
Antwort: Denn die Predigt vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, eine Torheit; uns aber, die wir gerettet werden, ist sie Gottes Kraft [1 Kor 1,18].
Frage: Welche Wirkung hatte dieses Kreuz auf den Apostel? Und wie sehr zog er die neue Schöpfung allen äußeren und sichtbaren Verordnungen und Gebräuchen vor?
Antwort: Es sei aber ferne von mir, mich zu rühmen, außer des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch den mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt. Denn in Jesus Christus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittenheit etwas, sondern eine neue Schöpfung [Gal. 6,14-15].
Frage: Was sagt Christus über die Einheit der Heiligen mit ihm?
Antwort: An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich im Vater bin und ihr in mir und ich in euch [Johannes 14,20].
Bleibt in mir, und ich bleibe in euch. Wie die Rebe aus sich selbst keine Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. [Johannes 15,4-5]
Ich bitte aber nicht nur für diese, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, dass sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich geliebt hast [Johannes 17,20-23].
Frage: Was sagt der Apostel Paulus zu diesem Zweck?
Antwort: Denn sowohl der, der heiligt, als auch die, die geheiligt werden, sind alle von einem; darum schämt er sich nicht, sie Brüder zu nennen [Hebr. 2,11].
Frage: Was sagt der Apostel Petrus?
Antwort: Dadurch sind uns die überaus großen und kostbaren Verheißungen gegeben worden, damit ihr durch sie Anteil an der göttlichen Natur erhaltet, nachdem ihr der Verderbnis entronnen seid, die durch die Begierde in der Welt herrscht [2 Petr 1,4].