2.22 Zum Thema Magistratur.

Jede Seele soll sich den höheren Mächten unterordnen; denn es gibt keine Macht außer von Gott. Die bestehenden Mächte sind von Gott eingesetzt. Wer sich also der Macht widersetzt, widersetzt sich der Anordnung Gottes; und die Widerspenstigen werden sich selbst verdammen. Denn Herrscher sind nicht für gute Werke ein Schrecken, sondern für böse. Willst du dich also nicht vor der Macht fürchten, tue Gutes, und du wirst ihr Lob erhalten; denn sie ist Gottes Diener zum Guten. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; denn sie ist Gottes Diener, ein Rächer, der den Zorn Gottes über den Bösen ausübt. Darum müssen wir uns unterordnen, nicht nur aus Furcht vor dem Zorn Gottes, sondern auch aus Gewissensgründen; denn aus diesem Grund entrichten wir auch unseren Tribut. Denn sie sind Gottes Diener, die beständig diesem Dienst nachgehen: Gebt nun jedem, was ihm gebührt: Steuer, wem Steuer gebührt, Zoll, wem Zoll gebührt, Furcht, wem Furcht gebührt, Ehre, wem Ehre gebührt1. Darum sollen wir uns um des Herrn willen jeder menschlichen Ordnung unterordnen, sei es dem König als dem Obersten oder den Statthaltern als seinen Gesandten zur Bestrafung der Übeltäter und zum Lob derer, die Gutes tun; denn so ist der Wille Gottes, dass wir durch Gutes Tun die Unwissenheit der Toren zum Schweigen bringen2. Doch es ist recht vor Gott, ihm mehr zu gehorchen als ihnen3. Und obwohl sie uns ausdrücklich gebieten, nicht im Namen Christi zu lehren, sollen wir Gott mehr gehorchen als den Menschen4.


  1. Römer 13,1–7 (ELB): Jede Seele unterwerfe sich den obrigkeitlichen Gewalten; denn es ist keine Obrigkeit, außer von Gott, und diese, welche sind, sind von Gott verordnet. Wer sich daher der Obrigkeit widersetzt, widersteht der Anordnung Gottes; die aber widerstehen, werden ein Urteil über sich bringen. Denn die Regenten sind nicht ein Schrecken für das gute Werk, sondern für das böse. Willst du dich aber vor der Obrigkeit nicht fürchten? So übe das Gute, und du wirst Lob von ihr haben; denn sie ist Gottes Dienerin, dir zum Guten. Wenn du aber das Böse übst, so fürchte dich, denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; denn sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe für den, der Böses tut. Darum ist es notwendig, untertan zu sein, nicht allein der Strafe wegen, sondern auch des Gewissens wegen. Denn dieserhalb entrichtet ihr auch Steuern; denn sie sind Gottes Beamte, die eben hierzu fortwährend beschäftigt sind. Gebet allen, was ihnen gebührt: die Steuer, dem die Steuer, den Zoll, dem der Zoll, die Furcht, dem die Furcht, die Ehre, dem die Ehre gebührt. ↩︎

  2. 1. Petrus 2,13–15 (ELB): Unterwerfet euch [nun] aller menschlichen Einrichtung um des Herrn willen: es sei dem Könige als Oberherrn, oder den Statthaltern als denen, die von ihm gesandt werden zur Bestrafung der Übeltäter, aber zum Lobe derer, die Gutes tun. Denn also ist es der Wille Gottes, daß ihr durch Gutestun die Unwissenheit der unverständigen Menschen zum Schweigen bringet: ↩︎

  3. Apostelgeschichte 4,19 (ELB): Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Ob es vor Gott recht ist, auf euch mehr zu hören, als auf Gott, urteilet ihr; ↩︎

  4. Apostelgeschichte 5,28–29 (ELB): und sprach: Wir haben euch streng geboten, in diesem Namen nicht zu lehren, und siehe, ihr habt Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre und wollt das Blut dieses Menschen auf uns bringen. Petrus und die Apostel aber antworteten und sprachen: Man muß Gott mehr gehorchen als Menschen. ↩︎