1.13 Zum Thema Magistratur.

Frage: Was ist die Pflicht eines Richters?

Antwort: Der Gott Israels sprach, der Fels Israels redete zu mir: Wer über Menschen herrschen will , der muss gerecht sein und in der Furcht Gottes herrschen [2 Sam. 23:3].

Frage: Was sagen die heiligen Schriften über die Pflichten derer, die unter einer Autorität stehen?

Antwort: Jeder soll sich der Obrigkeit unterordnen ; denn es gibt keine Obrigkeit außer von Gott. Die bestehenden Obrigkeiten sind von Gott eingesetzt. Wer sich also der Obrigkeit widersetzt, widersetzt sich der Anordnung Gottes; und die sich widersetzen, werden ihr Gericht empfangen. Denn die Herrscher sind nicht für gute Werke ein Schrecken, sondern für böse. Willst du dich also nicht vor der Obrigkeit fürchten? Tue Gutes, und du wirst Lob von ihr erhalten; denn sie ist Gottes Dienerin zum Guten. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin, die den Zorn Gottes über den Bösen übt. Darum müsst ihr euch unterordnen, nicht nur aus Furcht vor dem Zorn Gottes, sondern auch aus Gewissensgründen [Röm 13,1-5].

Unterwerft euch um des Herrn willen jeder menschlichen Ordnung, sei es der des Königs als des Obersten oder den Statthaltern als denen, die von ihm gesandt sind zur Bestrafung der Übeltäter und zum Lob derer , die Gutes tun; denn das ist der Wille Gottes, dass ihr durch Gutes Tun die Unwissenheit der törichten Menschen zum Schweigen bringt [1 Petr 2,13-15].

Frage: Sollte ihnen Tribut gezahlt werden?

Antwort: Denn aus diesem Grund entrichten wir auch Steuern; denn sie sind Gottes Diener, die beständig diesem Dienst nachgehen: Gebt nun jedem, was ihm gebührt: Steuern dem, dem Steuern gebühren , Zoll dem, dem Zoll gebührt , Ehrfurcht dem , dem Ehrfurcht gebührt, Ehre dem, dem Ehre gebührt [Röm 13,6-7].

Dann sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser , was des Kaisers ist, und Gott , was Gottes ist! [Mt 22,21]

Frage: Sind wir verpflichtet, den Obrigkeiten in solchen Dingen zu gehorchen, obwohl wir in unseren Gedanken überzeugt sind, dass sie den Geboten Christi widersprechen?

Antwort: Und sie riefen sie und befahlen ihnen, überhaupt nicht mehr zu reden noch im Namen Jesu zu lehren. Petrus und Johannes aber antworteten ihnen: Ob es recht ist vor Gott, euch mehr zu gehorchen als Gott, urteilt selbst; denn wir können nicht anders, als von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben. [Apg 4,18-20]

Und als sie die Schriften gebracht hatten, stellten sie sie vor den Hohen Rat, und der Hohepriester fragte sie: Haben wir euch nicht ausdrücklich geboten, in diesem Namen nicht zu lehren? Und siehe, ihr habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt und wollt das Blut dieses Mannes auf uns bringen. Da antworteten Petrus und die anderen Apostel: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. [Apg 5,27-29]

Frage: Wie sollten sich die Magistrate in solchen Fällen gemäß dem Rat des weisen Gamaliel verhalten?

Antwort: Da erhob sich einer aus dem Rat, ein Pharisäer namens Gamaliel, ein Gesetzeslehrer, der beim Volk hohes Ansehen genoss, und befahl, die Apostel für kurze Zeit hinauszuführen. Er sprach zu ihnen: Ihr Männer von Israel, achtet genau darauf, was ihr mit diesen Leuten vorhabt! Und nun sage ich euch: Lasst diese Leute in Ruhe und lasst sie in Ruhe! Denn wenn dieser Ratschluss oder dieses Werk von Menschen ist, wird es scheitern; wenn es aber von Gott ist, könnt ihr es nicht verhindern, sonst würdet ihr euch am Ende noch als Kämpfer gegen Gott erweisen. [Apg 5,34-35.38-39]

Frage: Welches Gebot gibt Christus seinem Volk im Rahmen des Evangeliums in Bezug auf diese Angelegenheit? Wie legt er ihre Pflicht im Gleichnis vom Unkraut dar?

Antwort: Da traten die Hausdiener zu ihm und fragten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt denn das Unkraut? Er antwortete ihnen: Das hat ein Feind getan. Die Diener fragten ihn: Wollen wir hingehen und es ausreißen? Er aber sagte: Nein, damit ihr nicht beim Ausreißen des Unkrauts auch den Weizen mit ausreißt. [Mt 13,27-29]

Frage: Erklärt er dieses Unkraut der Bösen, das die Frommen nicht selbst ausreißen dürfen, damit sie nicht irrtümlich den Guten schaden, sondern es Gott überlassen, es durch seine Engel zu tun?

Antwort: Das Feld ist die Welt; der gute Same sind die Kinder des Reiches; aber das Unkraut sind die Kinder des Bösen; der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; und die Schnitter sind die Engel: Wie nun das Unkraut gesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende dieser Welt sein; der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alles sammeln, was Anstoß erregt, und alle, die Unrecht tun [Mt 13,38-41].